Vergleich Heizsysteme

 

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Vorbemerkung

Am besten wäre es, das Haus benötigt nur wenig oder, wie bei einem sogenannten Passivhaus, überhaupt keine Heizenergie. Denn was nicht verbraucht wird, kostet nichts. Deswegen muß in jedem Fall zuerst die Wärmedämmung im Zuge einer energetische Sanierung eines Altbaus untersucht werden. Erst dann und immer nur in diesem Zusammenhang ist die Optimierung der Heizungsanlage sinnvoll.

Die Ölheizung war viele Jahre in Deutschland die dominierende Heizform. Seit der Ölpreiskrise !973/74 wurde vermehrt auf Gas und alternative Energien gesetzt. Heute nimmt Öl hinter Gas und Fernwärme nur noch den dritten Platz Im Wohnungsbestand ein.  Im Jahr 2006 wurden ca. 75% der Wohnungen mit Gas und Öl beheizt, ca. 12 % mit Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung und Heizwerken, 5% werden mit Strom in Nachtspeicheröfen in Verbindung mit dem billigeren NT-Stromtarif geheizt und der Rest mit Kohle, Holz  und sonstigen Energieträgern.

Im Neubau hat sich das Verhältnis der verschiedenen Heizungssysteme dagegen deutlich verschoben. Die enorm gestiegenen Preis für Heizöl und Strom hatten zur Folge, dass kaum noch solche Heizsysteme zum Einsatz kamen. Deutlich zugelegt hat der Anteil von Gasheizungen, von Wärmepumpen und von Pellet- und Holzheizungen, in der nachfolgenden Graphik unter "sonstige" gezeigt. 

Anteil der verschiedenen Heizsysteme im Neubau in den Jahren 1979 und 2007 (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Der Einsatz von Öl und vor allem Gas als Energieträger ist noch lange nicht vorbei. Insbesondere dann, wenn eine bestehende Heizanlage nicht zwangsläufig komplett erneuert werden muss lohnt sich oft eine Modernisierung der bestehenden Anlage.

Kostenvergleich moderner Heizungssysteme

Nachfolgend wird der Versuch unternommen, die gebräuchlichsten modernen Heizungssysteme (Gasbrenwerttherme, Ölbrennwerttherme, Pelletheizung, Holzheizung, Erdsole-Wärmepumpe, Flächenkollektor-WP, Luft-WP) hinsichtlich der wirtschaftlichen Effektivität zu vergleichen. Dabei ist von vornherein klar, dass sich die Preise der Energieträger für die Lebensdauer einer Heizungsanlage (15...20 Jahre) drastisch ändern können. Folgende Annahmen werden getroffen:

  • Die verschiedenen Heizungssysteme sollen ein gut gedämmtes Haus mit ca. 150 m2 Wohnfläche mit einem Heizwärmebedarf von 15.000 kWh versorgen.

  • Die angegebenen Investitionskosten sind Mittelwerte von Endverbraucherpreisen inklusive Mehrwertsteuer. Sie wurden aus verschiedenen Quellen, Warentest, Herstellerangaben, Handwerkerangeboten und Fachliteratur ermittelt.

  • Die durchschnittliche Nutzungsdauer der verschiedenen Komponenten einer Heizungsanlage liegt zwischen 15 bis 20 Jahre. Einige wichtige Teile wie Regelelektronik, Kessel und Hydraulikpumpen sind nach 15 Jahren verschlissen. Für die Vergleichsrechnung werden deshalb 15 Jahre angesetzt.

  • Zur Berechnung der jährlichen Kapitalkosten wird die sogenannte Annuitätenmethode gewählt, bei der als jährlich gleichbleibende Abschreibung eine der Investitionsmenge entsprechende verzinste Jahresrate errechnet wird.

  • Die Kapitalverzinsung wird mit einem durchschnittlichen Spar-Zinssatz von 2,5% gerechnet.

  • Die jährlichen Betriebskosten wurden mittlere heizungstypischen Wartungs- und Reinigungskosten gerechnet, die regional sehr unterschiedlich ausfallen können.

  • Für den Wärmepumpen-Strom wurden 80% des Normaltarifes angesetzt, da viele Stromanbieter für Wärmepumpen Sondertarife gewähren.

Die einzelnen Werte und Ergebnisse der Vergleichsrechnung sind in der nachfolgenden Tabelle detailliert dargestellt:   

Heizung Kostenvergleich Tabelle.gif (132473 Byte)   Tabelle: Kostenvergleich moderner Heizungssysteme.
(Brennstoffpreise: Stand Januar 2014)

Die folgenden Diagramme zeigen den Kostenvergleich der gebräuchlichsten modernen Heizungssysteme hinsichtlich der jährlichen spezifischen Gesamtkosten in Cent/kWh und der jährlichen Kapital- und Betriebskosten.

Heizung Kostenvergleich spezifische Gesamtkosten Brennstoffpreise.gif (73201 Byte)   Diagramm: Kostenvergleich moderner Heizungssysteme nach Brennstoffpreisen und spezifischen Gesamtkosten in Cent/kWh. (Brennstoffpreise: Stand Januar 2014)

Heizung Kostenvergleich Kapital- und Betriebskosten.gif (68929 Byte)   Diagramm: Kostenvergleich moderner Heizungssysteme nach jährlichen Kapital- und Betriebskosten. (Brennstoffpreise: Stand Januar 2014)

Fazit:

  1. Die Gesamtkosten der verschienen Heizungssysteme liegen - mit Ausnahme der Wärmepumpe-Erdsole - dicht beieinander.

  2. Die Betriebskosten der Wärmepumpe-Erdsole und Wärmepumpe-Erdkollektor sind am niedrigsten.

  3. Die Kapitalkosten der Gasheizung und der Wärmepumpe-Luft sind am niedrigsten.

  4. Aufgrund der sehr hohen Kosten für die Erdsonde sind die Gesamtkosten für die Wärmepumpe-Erdsole unakzeptabel hoch.

  5. Sehr kostengünstig sind die Wärmepumpe-Erdkollektor und die Wärmepumpe-Luft.
    Aber Achtung: Für ein schlecht gedämmtes Haus ist die Wärmepumpe-Luft nicht zu empfehlen. Der teure Strom müsste zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden!

  6. Die "alte" Öl- und Gasheizung ist als Brennwertheizung durchaus wirtschaftlich und konkurrenzfähig.

  7. Die Pelletheizung schneidet in Bezug auf die Gesamtkosten trotz hoher staatlicher Förderung relativ schlecht ab.

Eine jährliche Verteuerung der Energieträger um ca. 6% liefert  tendenziell die gleichen Aussagen.
Anders würde es aussehen, wenn z.B. der Heizöl- oder Gaspreis schneller steigt, als der Preis der anderen Energieträger.  Aber wer weiß das schon ...

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Glossar

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Stand: 17.05.2014